Wie schon letztes Jahr in den Osterferien fanden dieses Jahr die
Landesjugendeinzelmeisterschaften der Altersklassen U10-U18 in
Rotenburg an der Wümme statt. Wir waren hierbei mit Felix
Asendorf in der U10, Jakob Frisch im Open, Mark Tulchynsky,
Rafael Asmus Leon und Lukas Kalusa in der U16 sowie Antal
Mimkes, Florian Eberle, Rumo Schilling und David Tulchynksy in
der U18 vertreten.
Neben den Rundenturnieren war wie immer für ein umfassendes
Rahmenprogramm gesorgt, das die NSJ auch hervorragend
organisierte. So fand gleich am ersten Tag ein Blitzturnier
statt, wo auch der Betreuer Alexander Kanzow teilnehmen durfte
und dieses auch gewann. Hervorzuheben ist auch die starke
Leistung von Rumo, der 4 Punkte aus 4 Partien holte und
lediglich in der ersten Runde nicht ausgelost wurde.
Zwei Tage später fand das heiß begehrte Tandemturnier statt, wo
Antal und Alex einen zweiten Platz erreichen konnten. Auch die
anderen Rochade-Teams schnitten erfreulich und über den
Erwartungen ab.
Wiederum am nächsten Tag wurde der NSJ-Pokal - organisiert von
CM Fabian Stotyn - ausgetragen. In diesem
K.O.-Schnellschachturnier waren Antal, Florian und Rumo sowie
Alex vertreten. Bezeichnend: Die Rochade-Spieler verloren
jeweils nur gegen andere Rochade-Spieler und am Ende konnte Alex
das Finale gegen Florian für sich entscheiden. Derweil gewann
Antal das inoffizielle Spiel um Platz 3 gegen Max Storm.
Das letzte und wohl prestigeträchtigste Event war am vorletzten
Tag Schachball der U14-U18. Während die jüngeren in der U10-U12
leider nicht gewinnen konnten, waren gleich zwei starke Teams
aus Bezirk 2 bei den Älteren am Start. Beide Teams konnten
souverän durch die Gruppenphase gehen und wären im Finale
aufeinander getroffen, wenn nicht das Bezirk 6-Team mit starker
Beteiligung vom Hagener SV ein Wörtchen mitzureden gehabt hätte.
Während das eine Team im Halbfinale gegen diese den kürzeren
zog, konnte das andere Team dann den im Schach erspielten
Vorteil beim Fußball über die Zeit retten und so gewinnen.
Dieser Erfolg war Thomas Post gewidmet, der ja leider nicht mehr
als unser Organisator bei der LJEM dabei sein wird.
Zur Belohnung gab es dann am Abend Pizza beim Italiener.
Kommen wir aber nun zu den eigentlichen Turnieren:
U10
In der U10 waren wir mit Felix Asendorf vertreten, der durch
vier Siege in Folge anfangs gleich zum inneren Favoritenkreis zu
zählen war. Seine Partien und insbesondere sein Zeit-Management
ließen eine große Reife erkennen. Er musste sich nur
Landesmeister Ben Sauer und Landesmeisterin Shams Goyush beugen,
gab weiterhin drei Remis ab. Schade nur, dass er in der ersten
Runde nicht antreten konnte, sonst wäre bestimmt auch die
Qualifikation zu den deutschen Meisterschaften drin gewesen.
Open
Im Open war Jakob Frisch am Start. Er war im unteren Mittelfeld
gesetzt und sollte vor allem Erfahrung sammeln und Spaß am
Schach haben.
Er war jedoch in den ersten fünf Runden nicht zu bremsen: Gegen
DWZ-höhere Gegner gewann er dreimal und blieb ungeschlagen,
sodass er ganz vorne mitmischte. Am Tag der Doppelrunde musste
er sich jedoch zweimal geschlagen geben. Durch Siege in den
letzten beiden Runden konnte er dann zurück auf Rang 6 klettern
und sahnte den Preis für die beste U14-Wertung ab.
Besonders im Endspiel konnte er seine Gegner häufig ausspielen,
was nicht typisch für das Alter ist. Ein DWZ-Zuwachs von über
+200 spricht für sich.
U16
Die meisten Chancen in der Altersklasse durfte sich Mark
Tulchynsky ausmalen. Er konnte auch die Partien gegen nominell
schwächere Gegner souverän für sich entscheiden. Gegen paar von
den stärkeren Gegner fehlte es lediglich in der Eröffnungsphase
noch an Wissen, aber daran werden wir arbeiten.
Lukas Kalusa und Rafael Asmus Leon performten beide den
Erwartungen entsprechend und liefen im unteren Mittelfeld ein.
Jedoch konnte man erkennen, dass sie das nötige Verständnis vom
Spiel haben um auch weiter oben mitzuspielen. Beide sollten
jedoch ein wenig an ihrem Zeit-Management arbeiten und teilweise
weniger "Angst" haben.
U18
Hier war Antal Mimkes sogar der Rating-Favorit. Er verlor jedoch
gleich in der ersten Runde gegen Florian, wonach seine Chancen
auf den Titel gleich gedämpft wurden. Auch im späteren Turnier
zeigte sein sonst so kompromissloses Schach nicht die gewünschte
Effektivität, sodass er selbst in seinen Siegen nicht immer
souverän wirkte und am Ende mit 5.5 Punkten Rang 5 das Ergebnis
war. Er wird wohl nicht zufrieden sein, weiß aber, dass die
Konstanz gerade wohl das größte Problem ist.
Florian Eberle lief auf Rang 4 ein und seine Resultate sowie
sein DWZ-Zuwachs von +66 sprechen für ihn. Es sei jedoch
angemerkt, dass das Glück in diesen Turnier häufig für ihn
gespielt hat und er mehrmals in der Lage war, schlechtere
Stellungen durch Hilfe vom Gegner in Punkte umzumünzen.
Rumo Schilling war über weite Strecken der solideste Spieler des
Turniers und verlor beide seine Partien nur durch kleine
Unachtsamkeiten. Mit einem Remis in der letzten Runde (was
leicht drin gewesen wäre), hätte er noch gute Chancen auf Rang 2
gehabt. So erlangte er einen 7. Platz mit ebenfalls 5.5 Punkten
und einem DWZ-Zuwachs von knapp 100 Punkten.
David verlor nur gegen die beiden DWZ-Favoriten, musste aber
zwischendurch aufgrund einer Magen-Darm-Verstimmung pausieren.
Er hätte wohl auch weit oben mitgespielt, wenn er gesund
geblieben wäre. Trotzdem kann er mit seiner Partieanlage
zufrieden sein, die sehr überzeugend wirkte.
Insgesamt lässt sich hier festhalten, dass das Feld vom Niveau
her sehr stark gestaucht war und jeder Chancen auf den Titel
gehabt hätte. Ebenfalls wurde im gesamten Turnier an den ersten
drei Brettern insgesamt nur eine (!) Schwarzpartie gewonnen, was
kurios ist.
Insgesamt aber hat die LJEM 2024 viel Spaß gemacht, auch wenn
wir diesmal nicht so gut in den Rundenturnieren abschneiden
konnten.
Nächstes Jahr werden wir dann erneut angreifen!